Fritz kaputt! Auch die, die feiern gehören dazu!

J. Chaldej: Das ist alles, was von einem deutschen Soldaten blieb (Frühjahr 1945)

Am 8. und 9. Mai 1945 kapitulierten die deutschen Truppen. Der deutsche Vernichtungskrieg war damit beendet. Die letzten Konzentrationslager konnten befreit werden, sofern sie nicht schon vorher von den in Richtung Deutschland marschierenden Truppen der Alliierten befreit wurden.

Die Alliierten kamen spät, für die meisten der Verfolgten zu spät. Dank ausbleibenden Widerstandes und weitgehender Übereinstimmung von Führung und Volksgemeinschaft in Deutschland, konnten die Nazis ihr Vernichtungsprogramm reibungslos umsetzten.

Das war nicht in allen Ländern so. Italien, Jugoslawien, Bulgarien und Dänemark sind Beispiele für Länder, in denen aus unterschiedlichen Motiven dem antisemitischen Vernichtungswahn der Deutschen Grenzen gesetzt wurden und dem Vernichtungsprogramm in unterschiedlicher Effektivität Sand in das Getriebe gestreut wurde.

Zu den Initiatoren der Widerstands- und Partisanengruppen, die sich aktiv gegen die Besatzung wehrten und die auch versuchten Juden vor dem deutschen Mordprogramm zu retten, gehörten wie z. B. in Jugoslawien, Russland und Frankreich oft auch Juden.

Auch die Deutschen leisteten Widerstand – vor allem gegen die militärische Intervention der Alliierten. Die deutschen Tugenden Kameradschaft, Militarismus, Gehorsam usw., bedeuteten für die Armeen der Alliierten, insbesondere aber für die Rote Armee bis zu den letzten Tagen einen opferreichen Gang, um Europa vom Nationalsozialismus zu befreien. Jeder deutsche Landser mit dem Gewehr in der Hand, am Steuer seines Panzers oder Fliegers bedeutete bis zu seiner Ausschaltung: Widerstand gegen die Rettung der letzten Juden, Widerstand gegen die Befreiung der Verfolgten, Unterdrückten und millionenfach Verschleppten.

In Deutschland stießen die Alliierten auf eine verstockte Bevölkerung. Genoss Hitler besonders Anfang der Vierziger einen großen Rückhalt in der deutschen Volksgemeinschaft, nahmen es ihm jetzt die Volksgenossen übel, dass er den Krieg vermasselt hätte. Den Vernehmungsoffizieren der Alliierten gegenüber jammerten die Volksgenossen darüber, dass sie nun keinen Kaffee mehr genießen könnten. Aber man sei ja nicht nachtragend, und würde den Siegern die Hand zur Versöhnung reichen.

Seit 1985 versucht eine immer breiter werdende Szene des politischen Establishments, Deutschland in die Gemeinschaft der Sieger einzugemeinden. Man will dazu gehören. Auf Seite der Linken wurde der 8. Mai auch entdeckt. Mittlerweile heißt es: „Wer nicht feiert, hat verloren!“ Die gleiche Bagage verkündet zu anderen Anlässen „Nie wieder Krieg!“ und verbindet dies im konkreten Fall auf Kriege gegen dubiose Herrscher und Despoten, bzw. auf Kriege gegen terroristische Gruppierungen, deren ideologische Affinitäten zum Faschismus nicht von der Hand zu weisen sind. „Nie wieder Krieg!“ der durchaus berechtigte Ruf der Pazifisten nach dem 1. Weltkrieg, ist vor diesem Hintergrund nur noch als „Nie wieder Krieg gegen Faschismus“ zu verstehen – und von vielen auch so gemeint.

Geht’s gegen Israel (oder gegen die aufbegehrende Zivilbevölkerung in despotischen Staaten), wie die (ausbleibenden) Reaktionen aus diesem Lager angesichts der tagtäglichen Beschießungen Israels seitens der Hamas (oder angesichts des Vorgehens Gaddafis gegen seien eigene Bevölkerung) zeigen, hüllen sich diese Feierwütigen in der Regel in Schweigen. Die politischen Positionen reichen darüber hinaus aber auch von klammheimlicher bis zur offenen Kumpanei sowohl mit solchen Herrschern wie dem verblichenen S. Hussein oder dem noch lebenden Gaddafi, als auch mit den Gruppierungen wie Hamas und al-Qaida.

Auch angesichts der mit Hilfe der SEALs beschleunigten Beförderung des al-Qaida-Chefs zu den siebzig ewigen Jungfrauen ließen sich von bis links außen bis in die Mitte dieser Gesellschaft groteske Mäkeleien vernehmen.

8. Mai 1945 – Befreiung vom Nationalsozialismus? Ja, Europa wurde befreit, einige zehntausend KZ-Insassen und im Untergrund Ausharrende in Deutschland auch. Dank der alliierten Militärmaschinerie konnte in Deutschland eine vergleichsweise stabile Demokratie errichtet werden.

Doch noch Jahrzehnte danach wurde von den, das deutsche Volk beherrschenden, Besatzungsmächten gesprochen. Die Deutsche Friedensbewegung zelebrierte sich in ihren Hochzeiten als ideelle und praktische Volksgemeinschaft. Nicht wenige in ihren Reihen fühlten sich im Gegensatz zum geheuchelten Pazifismus in ihrem „Widerstand“ gegen „US-Imperialismus“, „Sozialimperialismus“, bzw. „Sowjetherrschaft“ und „Zionismus“ eins mit den nationalen Volksbefreiungsbewegungen.

Seit 1991 gibt es die Besatzungsmächte und die Sowjetherrschaft nicht mehr – der „deutsche Widerstand“ ist geblieben. Israel existiert, auch die USA sind als bisher noch bestimmender Faktor in der Weltpolitik geblieben. „Deutschen Widerstand“ gegen beide leisten von Westerwelle bis Strutynski, von der „Jungen Welt“ bis zu „Spiegel-Online“ Vertreter deutscher Ideologie bis heute.

Erst das Ende ihrer Ideologie würde die Befreiung von 1945 vollenden.

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