Der totale Dialog

Man stelle sich vor, ein der SPD angehörender Oberbürgermeister würde sich im Kaiser-Wilhelm-Kostüm als Gast einer Versammlung zeigen, die die Reichskriegsflagge und mit Hakenkreuzen versehene Wimpel der Freikorps präsentiert.1 Die Gruppe, die ihn zur Versammlung eingeladen hätte, würde mehrere Zentren in der Stadt unterhalten, in denen bei Versammlungen und Busfahrten der Führergruß entrichtet wird, in denen aus Mein Kampf rezitiert würde und regelmäßig zum Sedantag Festveranstaltungen stattfinden würden.

Sultan Hilgen – Symbol für den Kasseler Dialog

Anlässlich einer antifaschistischen Aktion in einer anderen Stadt würde diese Gruppe zu einer Großkundgebung aufrufen, die den kompletten Königsplatz füllte und einer der Hauptredner würde seinen Gegnern die Vernichtung androhen und würde über die bei den Auseinandersetzungen gefallenen Kämpfer schwadronieren, dass sie als Helden in Walhalla zum Festmahl erwartet würden. Würde ein Oberbürgermeister, der einer solchen Gruppe die Ehre erweisen würde, in Amt und in der Partei bleiben?Würde man diese Truppe in die Jugend- und Bildungsarbeit einbinden?  Würde mit dieser Truppe ein Dialog geführt werden? Wohl eher nicht. Aus viel geringerem Anlass sagte der OB eine Teilnahme an einer Frühjahrsausstellung ab, weil dort ein kleiner Stand der AfD aufgebaut werden durfte.

Aber all dies ist möglich, wenn man das Kaiser-Wilhelm-Kostüm mit dem eines osmanischen Sultans austauscht, die Reichskriegsflagge mit der der Osmanen, die mit Hakenkreuz verzierten Wimpel der Freikorps mit denen der islam-faschistischen Grauen Wölfe. Wenn anstatt des deutschen Grußes, der Gruß der Islamisten und / oder der der türkischen Faschisten entrichtet, anstatt des Sedantag der Çankkale-Tag begangen wird. Wenn das so ist, dann gehört man in Kassel zum illustren Kreis, mit dem der Dialog geführt wird. Ja man ist Bestandteil einer Institution, die lobend auf dem offiziellen Portal der Stadt Kassel erwähnt wird.

Der Imam der Moschee in Kassel Mattenberg Semih Ögrünc  preist den Çanakkale
-Tag

Die Dummen und die Wölfe:
Sozialer Friedensdienst – Juleika – Institut für Evangelische Theologie – Rat der Religionen

Es ist aber nicht nur der Rat der Religionen, der mit städtischer Unterstützung und vermutlich öffentlichen Geldern bis heute mit eben jenen Gruppen parliert. Mit der Juleika und dem vom Sozialen Friedensdienst Kassel e.V. und der DITIB initiierten Kulturprojekt KulturBrücke gibt es zwei Jugendbildungswerke die ganz ungeniert mit der rechts- und Islamismus-offenen DITIB und im Fall der Juleika sogar mit noch bedenklicheren Leuten zusammenarbeiten. Dadurch wird diesem Milieu ein Renommee verschafft, dass es diesem erlaubt, sich als „multi-kulturelle Bereicherung“ der Stadt zu präsentieren. Die Friedensfreunde ließen 2009 Milli-Görüs-Ordner auf einer Demo zu, die mit dieser Gruppe zusammen veranstaltet wurde. Sie zerlegten damals einen israelsolidarischen Stand. Bei den Gedenkveranstaltungen für ein Kasseler Opfer der Nazigruppe NSU sind die Vertreter der DITIB u.a. übel beleumundeter Vertreter oder Anhänger des Islamismus wie selbstverständlich mit dabei. Die SPD im Landkreis Kassel arbeitet(e) mit dem UETD-Mann Kadir Bicer zusammen. (UETD 2014 in Kassel) Der UETD-Mann Kamil Saygin ist nach wie vor und unbestritten Vorsitzender des Ausländerbeirates, ohne dass irgendeine Antifa-Gruppe aufläuft und dessen Sitzungen belagert. Die mit der Milli-Görüs in Zusammenhang zu bringende studentische Muslimische Hochschulgemeinde wird aktuell sogar in universitären Kreisen als Partner eines „interreligiösen Dialogs“ des Institutes für Evangelische Theologie an der Uni Kassel geadelt. Ausführlich, wenn auch vielleicht nicht erschöpfend sind die hier nicht anders ausgewiesenen und genannten und nicht genannten Verbindungen und Aktivitäten der Islamisch / türkisch-faschistischen Szene hier dargestellt: Recherche Gruppe Kassel

Der Kulturrelativismus der Wohlgesinnten: Während anderswo Frauen für die Freiheit vom Kopftuch kämpfen und dafür z.T. drakonische Strafen in Kauf nehmen, dient es hierzulande als Symbol von Toleranz und interkulturellem Dialog.

Während die AfD in Kassel, bis auf die Tatsache, dass sie ein paar Stadtverordnete mit geringem Verstand im Stadtparlament sitzen hat, kaum politische Präsenz zeigt und die KAGIDA an ihren besten Tagen ein paar dutzend Leute mobilisieren konnte, riefen und rufen diese traurigen Gestalten des deutschen Ungeistes und Ressentiments regelmäßig die maximale Aufmerksamkeit und den Nazialarm bei allen üblichen Vertretern der guten Gesinnung hervor. Die DITIB kann dagegen einen Millionenbau am Mattenberg unterhalten, unterhält Dependancen in der Nordstadt und in Bettenhausen, in denen Frauen den Nebeneingang benutzen müssen, und beherrschen andere Gruppen wie die Grauen Wölfe, die BBP, die ATIB und ihre schweren Jungs die Szenerie am Stern und in der Kasseler Nordstadt, betreiben Propaganda für einen nach deutschen Gesetzen untersagten Angriffskrieg und bedrohen schon einmal ihre politischen Gegner mit Gewalt.2

Die Stadt ficht das nicht an. Die Nachfrage der Frankfurter Rundschau wurde wie folgt beantwortet: „Ein Rathaussprecher teilte mit, man nehme die Vorkommnisse in den Moscheen ‚zur Kenntnis‘, wolle sie aber nicht bewerten: ‚Grundsätzlich versucht die Stadt Kassel, den Dialog mit allen Religionsgemeinschaften in der Stadt zu pflegen.’“  (Imame beten für den Sieg. Gebete für die Armee und Märtyrer-Rhetorik – fast alle türkischen Moscheen in Kassel unterstützen den Einmarsch der türkischen Armee in Syrien, FR, 15.03.2018) Die Pressemitteilung eines unermüdlichen und ehrenhaften Stadtverordneten zu diesem Thema blieb in der lokalen Presse unbeachtet. Dass dieser einer Partei angehört, die sich schwer damit tut, den Zusammenhang von Islam und türkischem Chauvinismus zu erkennen und in ihren Reihen üble Antizionisten auch in Kassel beherbergt macht sein Engagement nicht unehrenhaft, sondern beweist nur, wie arm an republikanischen Geist und säkularer Gesinnung die anderen Parteien sind.

1 Dass die SPD allerdings keine Berührungsängste mit toten Antisemiten und Nazis aus dem eigenen Stall hat, beweist der Umgang mit dem ehemaligen Oberbürgermeister Karl Branner.

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Sie seifen Euch ein: Das Gebet und der Trialog

„Nein, tun sie [die DITIB] nicht! Mit solchen Aussagen können sie vielleicht ahnungslose Politiker überzeugen, jedoch jeder, der sich mit dem Thema beschäftigt, weiß, dass ihr Islamverständnis, ihre Werte erst die Basis schafft, auf der Radikale ihre Ideologie aufbauen. Sie sind für die Entstehung der ‚Generation Allah‘ mitverantwortlich. Sie sind nicht Teil der Lösung, sie sind Teil des Problems! Ihre Politik, Ihre Moscheen (auch wenn sie nicht homogen sind) dienen nicht Deutschland, nicht unserer Verfassung oder Demokratie. Sie dienen einem antidemokratischen Regime, das Abschottung und Isolation zu seiner Maxime erklärt!“ (Ahmad Mansour, 2017)

Am 17. Juli 2016 gab es in Kassel eine Kundgebung anlässlich des Putschversuchs in der Türkei. Bis auf vereinzelte Stimmen blieb eine kritische Resonanz zu dem Ereignis in Kassel bis zum Dezember aus. Die HNA berichtete über eine friedliche Kundgebung. Die Überschrift, „Vereint im Protest gegen Putschversuch“ verdeutlicht die Wahrnehmung der Presse. Was zunächst unbeachtet blieb, war der Beitrag des Kasseler Imam Semih Ögrünc. Am 8. Dezember stellte die Initiative „DITIB – Die Marionetten Erdogans“ eine Übersetzung des Redebeitrags des Imams Ögrünc auf Facebook. Das Bündnis gegen Antisemitismus Kassel folgte am 9. Dezember. Danach herrschte wieder Grabesstille. Die HNA, wie auch der Hessische Rundfunk hatten dann Ende Januar, bzw. Anfang Februar den in vielen DITIB-Gemeinden gepredigten Juden- und Christenhass thematisiert um dann am 20. Februar die Sache auf dem Königsplatz an die große Glocke zu hängen. Am 27. Februar 2017 reagierte der Imam Ögrünc auf die späte Berichterstattung der HNA.

Seiner Replik vorangestellt sind auf türkisch genau die kritisierten Worte, nämlich dass man bereit sei, für das Vaterland und die Regierung Märtyrer zu werden. Danach beginnt er auf deutsch mit dem Mantra „Ich bin gegen jede Form von Diskriminierung, Terror und Gewalt und fördere den gesellschaftlichen Frieden“ gefolgt vom Bezug auf den Koran: „Wenn jemand einen Menschen tötet, ist es so, als hätte er die ganze Menschheit getötet und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, ist es so, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.“ Und schon sind alle eingeseift und können sich wieder dem Schlafe hingeben, aus dem sie wohl nur kurz aufgeschreckt waren. Ungestört kann also der Imam weiter seine kruden Ansichten zum Besten geben. Seine Berufung sei es, „das Leben in Achtung und Respekt zu fördern.“ Was will er damit uns wohl sagen, wenn das Leben unter der Prämisse der Achtung und des Respekts zu fördern sei? Achtung vor wem und Respekt wem gegenüber? Das wird ausgelassen. Ist etwa das Leben desjenigen zu fördern, der den Islam achtet, der das Türkentum respektiert? Und überhaupt, was heißt hier Leben fördern? Das Leben vom Imam fördern zu lassen, heißt das, dass diejenigen, die sich nicht vom Imam das Leben fördern lassen wollen, zum Tode befördert werden? Eine Antwort darauf weiß nicht der Wind, sondern gibt sein „Gebet“.

Weiter beschwert sich der Imam, dass „in den letzten Tagen falsche Tatsachenbehauptungen gegen meine Person in der Öffentlichkeit tangiert haben.“ Er meint wohl, dass falsche Tatsachenbehauptungen über ihn lanciert wurden. Welche falsche Behauptungen sollen das sein? Ögrünc erklärt: „Bei dem Treffen in Kassel habe ich keine Rede gehalten sondern ein Gebet zelebriert.“ Klar ein Gebet ist Ausübung der Religion und die ist im Verständnis der Islamisten in Deutschland geschützt. Scheren wir uns an dieser Stelle mal einen feuchten Kehricht um das islamistische Verständnis von Religionsfreiheit, die Frage bleibt, was wurde da gebetet, bzw. gehetzt? Das Gebet oder die Rede hat sich positiv auf den Märtyrertod bezogen, hat von Parallelorganisationen und Mächten schwadroniert, den Allerbarmer um die Vernichtung und Verwahrlosung der Feinde angehalten und die Gemeinschaft gepriesen. Wahrhaftig ein Gebet, welches dem Islam zur Ehre gereicht. Die Initiative „DITIB – Marionetten Erdogans“ hatte den Bezug auf das Märtyrertum kritisiert, das Bga-Kassel, das Raunen über die Mächten, die Ideologie der Volksgemeinschaft, den Vernichtungswille und das Sein zum Tode (vgl., Die Todessehnsucht im Islam).

Der Imam Ögrünc geht in seiner Stellungnahme mit keinem Wort auf die inhaltliche Kritik ein. Er behauptet schlicht: „In meinem Gebet habe ich die Menschen zur Solidarität mit der Demokratie und dem Rechtsstaat in der Türkei eingeladen.“ Eine seltsam zweideutige Einladung. Entweder lädt man Mitstreiter dazu ein, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Türkei einzutreten, was in der Türkei ein gefährliches Geschäft ist, weil dies gegen die herrschende Regierung und einer großen Mehrheit der türkischen Bevölkerung getan werden muss und hierzulande von den DITIB-Leuten im Auftrage der AKP beobachtet wird oder man lügt und betreibt die Propaganda Erdogans und seiner AKP-Regierung, indem man die Verhältnisse in der Türkei als demokratisch und rechtsstaatlich bezeichnet.

Im Folgenden gibt der Imam sich dann beleidigt und beginnt unverblümt zu drohen: „Es verletzt meine Kollegen und mich als Personen dargestellt zu werden die spalten, stigmatisieren und polarisieren.“ Na klar, er hat ja nur von einer Parallelgesellschaft schwadroniert, die die Einheit des Volkes gefährde, dafür kann er doch gerade in Deutschland Verständnis erwarten. Es dürfte klar sein, es ist nicht nur seine Person, die hier verletzt wird, sondern seine Ehre, denn er befürchtet „… das diese undifferenzierte Form der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung zwischen der nicht-muslimischen und der muslimischen Bevölkerung, insbesondere in der globalisierten Welt, tiefe Gräben schlägt“ und er mache sich dann „große Sorgen darüber, dass diese Umgangsformen insbesondere junge Muslime traumatisieren können. Am Ende würden solche potenziellen Umstände der gesellschaftlichen Vielfalt und dem harmonischen Zusammenleben leider nur schaden.“ Es hat ein paar Windungen und Zeilen gedauert, bevor er Klartext schreibt: Nehmt Euch in Acht, Kritik an unserer Gemeinschaft kann dazu führen, dass einige aus unserer Gemeinschaft die Contenance verlieren. Ja und wenn dann wieder einer über die Stränge schlägt und ein LKW besteigt, das Messer oder eine Schnellfeuerwaffe zückt oder eine Bombe platziert, es soll keiner sagen, er wäre nicht gewarnt worden. „In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Frieden“ beendet der Imam seine Philippika.

In Kassel gibt es im Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“ seit ein paar Jahren eine Veranstaltung die sich „Trialog“ nennt. Dort sollen die drei großen Weltreligionen miteinander in den „Trialog“ treten. Die HNA vermeldet nun, dass die Ereignisse auf dem Königsplatz dazu geführt hätten, dass die Veranstalter den Wunsch äußerten, „die Veranstaltung nicht in der Moschee stattfinden zu lassen. … Als Ausweichort für den Trialogtag hat das Team das Gemeindehaus Oberzwehren, Berlitstraße 2, gewählt. Es liegt in der Nachbarschaft der Moschee.“

Der „Dialogbeauftragte“ und offiziell von Kassels 4. Gewalt im Amt bestätigte Nebelwerfer der DITIB hat verstanden. „Das war meine große Bitte“, so Eryilmaz. Dadurch könne die türkisch-islamische Gemeinde weiterhin ihre Gastgeberrolle einnehmen und müsse sich nicht abgestraft fühlen.“ Das was sich der Imam wünscht, findet also statt. Man bezeugt sich gegenseitig Respekt und Achtung, redet nicht über das, was ein Imam so hetzt, weil das ja ein Gebet ist, was als Religionsausübung zu respektieren ist und auch nicht darüber und was ihn und seine Spießgesellen so antreibt, weil das ja seine bzw. ihre Religion ist. Und die Nichtmuslime des Trialoges hoffen dann wohl darauf, dass die Jungs von der DITIB das ihrige Leben fördern. Und anstatt den Jungs von der DITIB einzuhämmern was Freiheit des Individuums, was Antisemitismus bedeutet, was es mit Staat, Recht und Gewaltenteilung so auf sich hat, was Vermittlung im Glauben heißen könnte, oder über das islamfaschistische Regiment Erdogans zu sprechen, von der DITIB das Nein – HAYIR – einzufordern, zusammen mit der DITIB die Freilassung Deniz Yüzels und aller anderen politischen Gefangenen in der Türkei proklamieren, salbadern sie über „Engel der Kulturen“, beraten über Übergang von Schule in den Beruf, über religiöse Bildung und ethische Wertorientierung. Warum nicht gleich die AfD und oder die NPD mit eingeladen wird, bleibt unklar.